3. Bacchus Körper und Männlichkeit

Der nackte Dionysos Körper ist mit leuchtenden Farben dargestellt, sodass er sich von dem dunklen Hintergrund abhebt. Durch diesen Kontrast wird die Nacktheit sowie Schönheit des Körpers betont. Die hellen Farben verschärfen die zarte Wirkung der Haut.

Da Dionysos einer der jüngsten Götter war, wurde seine Figur meist für die Darstellung des jungen, schönen Körpers genutzt. So wird im Gegensatz zu den Darstellungen von Herkules oder Mars sein Körper nicht muskulös dargestellt.

Die Pose des Dionysos erinnert an das Motiv der schlafenden Nymphe in bildender Kunst (Lucas Cranach Liegende Quellennymphe, 1518, Giovanni Dosso Nymphe Echo, 1520). In diesen Bildern kommen die Schönheit und Erotik des weiblichen Körpers zum Ausdruck. Vergleichbar mit diesen Darstellungen hat der Bacchus Körper im vorliegenden Bild gewisse feminine und homoerotische Wirkung. Das kollidiert damit, dass die Weiblichkeit ein Element der dionysischen Natur ist: er wird von den Frauen erzogen und verehrt, die nächste Umgebung besteht aus den Frauen. Sogar das Mütterliche kommt im dionysischen Charakter zum Ausdruck. "Aufwühlung der Lebensgründe" - diese Aufgabe wird vom Walter F. Otot Bacchus zugeschrieben. Der Bacchus Körper im diesen Gemälde aber weist die weiblichen Schwäche und Passivität nicht auf, sondern zeichnet sich durch die göttliche, adelige Schönheit aus.


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Weiterführende Literatur:

1. Larsson, Lars Olof: Antike Mythen in der Kunst. Stuttgart 2009.

2. Otto, Walter F.: Dionysos. Mythos und Kultus. Darnstadt 1960.