Topic outline

  • 1. Einleitung

    Ziele des Moduls

    Ziel des Kurses ist eine Einführung in die Konzepte, Theorien und empirischen Befunde der Integrationsforschung. Wegen des starken Zusammenhangs zwischen Migration und Integration thematisieren wir zunächst diese Zusammenhänge (Lektion 2) und führen in bestimmte Migrationsarten ein. Der Bezug ist zu Deutschland, aber immer wieder im Laufe der Darstellung gehen wir auf andere Einwanderungsländer ein, vor allem die USA. Im der folgenden Lektion 3 diskutieren wir den Integrationsbegriff und entwickeln eine Definition. In Diskussionen und Analysen von Integrationprozessen spielen immer wieder internationale und historische Vergleiche eine Rolle. Das Interesse dafür speist sich häufig aus dem Wunsch etwas zu lernen oder zum Vorbild zu nehmen, das in anderen Ländern vorgeblich gut „funktioniere“. Exemplarisch diskutieren wir historische Erfahrungen mit Verläufen von Integration am Beispiel der USA (Lektion 4).

    Der Integrationsprozess lässt sich analytisch nach verschiedenen Dimensionen gliedern. Lektion 5 hat zum Thema strukturelle Integration und Arbeitsmarkt und Wirtschaft. Lektion 6 ist über strukturelle Integration und Einbürgerung, Lektion 7 über strukturelle Integration und Bildung. Die Dimensionen der kulturellen und sozialen Integration sind Gegenstand der Lektionen 8 und 9. Wie sich Integrationsprozesse auf die subjektiven Zuordnungen zu Gesellschaft und Nation auswirken machen wir in Lektion 10 zum Thema.

    Integration ist gebunden an die Offenheit der Aufnahmegesellschaft. Wo diese Offenheit nicht besteht, sind Barrieren der Integration in Form von Vorurteilen und Diskriminierungen gegeben (Lektion 11). Die Einführung schließt mit der wichtigen Einsicht, dass es unterschiedliche Verläufe von Integrationsprozessen gibt, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen (Lektion 12).

    Ablauf des Moduls

    In jeder Lektion gibt es einen Lehrbrief (pdf-Datei), der die zentralen Inhalte der Lektion vermittelt.  Dieser Lehrbrief ist prüfungsrelevant und vermittelt alle grundlegenden Kenntnisse, die für das Kursthema im jeweiligen Themenabschnitt relevant sind.

    Die beigefügte Literaturliste enthält alle im Kurs verwendeten Quellen. Sie ermöglichen Ihnen eine Vertiefung des Themas. In der Regel ist dies Primärliteratur, deren Kenntnisnahme dringend notwendig ist, wenn Sie wissenschaftlich in diesem Themenbereich arbeiten wollen.

    In den meisten Lektionen gibt es Hintergrundmaterialien zum Thema der Lektion. Dabei handelt es sich um allgemeinverständliche Medienbeiträge, die meist konkrete Beispiele zum Lektionsthema zeigen. Diese Medienbeiträge vertreten auch unterschiedliche politische Positionen und stellen die Sachverhalte unterschiedlich dar. Sie sind daher nicht Teil der Lehrinhalte, sondern nur Beispiele und geben nicht die Meinung der Autoren des Kurses wieder.

    In den Lektionen gibt es Übungsaufgaben, die für einen erfolgreichen Kursabschluss relevant sind. Bitte bearbeiten Sie diese Aufgaben persönlich; sie sind eine gute Vorbereitung auf die Klausur und ermöglichen eine gute Selbsteinschätzung des persönlichen Lernfortschritts. Bei ausreichender Teilnehmerzahl werden Arbeitsgruppen von drei bis fünf Teilnehmer gebildet, die in der Regel an der gleichen oder räumlich nahen Hochschule studieren und sich so auch persönlich ohne größeren Aufwand treffen können; die Arbeit in den AG's kann aber auch nur online erfolgen.

    In diesen Arbeitsgruppen werden Aufgaben gemeinsam mit den anderen Mitgliedern Ihrer AG berarbeitet; die AG-Mitglieder wechseln sich bei der Moderation der AG und der Veröffentlichung der Ergebnisse für die Kursteilnehmer im jeweiligen Lektionsforum so ab, dass die Moderatorenrolle zwei bis dreimal von jedem AG-Mitglied übernommen wurde. Der aktuelle Moderator organisiert die Gruppenarbeit zur betreffenden Lektion, redigiert und veröffentlicht das Gruppenergebnis als Hausarbeit und beantwortet Rückfragen aus anderen AG's zu der Gruppenarbeit der Lektion.

    Da das Thema des Kurses auch inhaltlich reflektiert werden sollte, wird daher eine aktive Teilnahme in ihrer Arbeitsgruppe und/oder dem Lektionsforum erwartet; alle Teilnehmer einer AG sind aufgerufen, zu der aktuellen Lektion eigene Fragen in ihrer Arbeitsgruppe vorzuschlagen und zu diskutieren. Dies kann im persönlichen Kontakt, per email, Facebook oder in einem Thread des Lektionsforums für Ihre AG erfolgen, je nachdem, wie sie sich in Ihrer AG am besten organisieren können. Die Arbeitsgruppe sollte aus den AG-internen Vorschlägen eine Frage auswählen oder gemeinsam entwickeln, und eine kurze Antwort darauf vorstellen. Diese Frage und Antwort zum Thema der aktuellen Lektion wird dann durch das Mitglied Ihrer AG, das aktuell die Moderation wahrnimmt, im Lektionsforum für alle Kursteilnehmer zur Diskussion gestellt. Diese Inhalte sind nur für eingeschriebene Kursteilnehmer und Dozenten beteiligter Hochschulen, die den Kurs für die Anerkennung des Scheins als Gast evaluieren wollen, sowie durch unsere Kursbetreuer zugänglich.

    Der gesamte Kurs wird mit einer Klausur abgeschlossen. Der Kurs wird - wenn er vollständig bearbeitet wird - bei bestandener Klausur mit bis zu 5 ECTS Punkten anerkannt. Einzelne Hochschulen können als Studienleistung auch Teilbearbeitungen mit einer geringeren Zahl an ECTS Punkten vorsehen; bitte erfragen Sie grundsätzlich bei dem zuständigen Dozenten Ihrer Hochschule zu Kursbeginn die Bedingungen für die Anerkennung der Kursteilnahme als Studienleistung.

    So können einzelne Hochschulen den Kurs auch als Studienleistung anerkennen, ohne dass als Leistungsnachweis eine Klausur bestanden werden muss; dieser Schein setzt - wie der benotete Schein mit schriftlicher Prüfungsleistung - aktive Mitarbeit im Kurs voraus und kann benotete Hausarbeiten mit Referat (durch Sie moderierte Frage und Antwort zum Thema der Lektion in Ihrer AG) ausweisen. Die Arbeitsgruppenergebnisse zu jeder Lektion (zählen als Hausarbeiten) werden durch den jeweiligen Moderator der AG für die aktuelle Lektion eingestellt; sie bestehen aus einer in der AG entwickelten Übungsaufgabe aus dem Themenbereich der Lektion und einer kurzen Antwort, die in zwei bis sechs Absätzen eine Antwort auf die entwickelte Frage mit einer kurzen Begründung formuliert. Ziel dieser AG-Arbeit ist, inhaltlich in der Gruppe zu dem Thema zu diskutieren, eigene Ideen und Interessen einbringen zu können und im Team zu fokussieren, und als Übung für die Klausur eine knappe, aber wesentliche Sachverhalte abdeckende Antwort mit einer kurzen Herleitung oder Begründung zu entwickeln. Die Arbeit im Team ist erfahrungsgemäß für das Verstehen der Lehrinhalte sehr effektiv und eine wichtige Übung für die praktische Anwendung des gelernten im Beruf und Kooperationsprojekten. Auch die Auswahl wesentlicher Sachverhalte und Zusammenhänge für die Antwort und ihre Begründung, und die Verdichtung des Antworttextes auf das Wesentliche ist eine sehr gute Übung für die Praxis.

    Der Kurs kann auch als Einzelkämpfer belegt werden; in diesem Fall ist für die Anerkennung der aktiven Mitarbeit die Bearbeitung aller Übungsaufgaben Voraussetzung.

    ECTS-Credits werden ohne schriftlichen Leistungsnachweis (entweder Klausur, und/oder zwei bis drei Hausarbeiten als AG-Moderator, jeweilige Mindestzahl an Lösungen zu Übungsaufgaben) nicht ausgestellt. Die aktive Teilnahme am Kurs (mindestens eine Übungsaufgabe je Lektion) mit Moderation einer Gruppenarbeit (online) und ausreichende Bewertung sind Voraussetzung für die Bescheinigung einer erfolgreichen Kursteilnahme (mit Klausur 5 ECTS, ohne Klausur mit AG-Teilnahme 4 ECTS, ohne Klausur und ohne AG-Teilnahme, aber Bearbeitung aller Übungsaufgaben 2 ECTS). Falls nur eine unbenotete Teilnahmebescheinigung ohne ECTS Credits benötigt wird, kann diese nach erfolgreicher aktiver Kursteilname auch anstelle eines benoteten Scheins mit ECTS ausgestellt werden.

    Die Wahl der Optionen für den Leistungsnachweis sollte nach Rücksprache mit dem Kurstutor erfolgen und beinhaltet in der Regel auch die Teilnahme an dem Lektionsforum, in dem zum aktuellen Kapitel Mitglieder der Arbeitsgruppen Fragen, Antworten und Ideen zu den einzelnen Lektionen eingestellt haben und diskutieren können.

    Der Online-Kurs wird von der Universität Bamberg (efms) angeboten; die Kurslaufzeit richtet sich nach den Vorlesungszeiten der Otto-Friedrich- Universität Bamberg im laufenden Semester (https://www.uni-bamberg.de/studium/im-studium/studienorganisation/vorlesungszeiten/). Die Klausur kann in Absprache mit Ihrem Dozenten und Prüfungsamt in der Regel auch an ihrer Hochschule organisiert werden; die Organisation einer Prüfungsaufsicht und die Abklärung mit ihrem Prüfungsamt wegen der Anerkennung des Scheins sollten Sie selbst, am besten in Absprache mit anderen Teilnehmern ihrer Hochschule, möglichst frühzeitig im Kursverlauf durchführen. Klausurtermine an anderen Hochschulen können wir nicht organisieren, stehen aber gerne für Beratung und notwendige Unterstützung Ihres Dozenten zur Verfügung. Der Mitarbeiter Ihrer Hochschule, der die Klausur abnimmt, sollte direkt mit uns wegen der Klausuraufgaben und der Prüfungsabwicklung Kontakt aufnehmen. Die Klausuren werden durch den Autor des Kurses, Prof. Heckmann, begutachtet und benotet. Bitte beachten Sie, dass an Ihrer Hochschule die Vorlesungszeit ggf. früher endet und Prüfungstermine nach Ende der Prüfungszeit Ihrer Hochschule oft nur eingeschränkt möglich sind. Sollten hier Probleme auftreten, setzten Sie sich bitte frühzeitig mit unserem Kursbetreuer in Verbindung.

    Die Kurslaufzeit beträgt in der Regel eine Woche je Lektion; die Übungsaufgabe und das Arbeitsgruppenergebnis jeder Lektion (2 bis 12) sollten spätestens Ende der Folgewoche bearbeitet sein, damit vereinbarte Klausurtermine eingehalten werden können.

    Integration und Migration: Prozesse und Menschen

    Migration- und Integrationsprozesse sind kollektive Phänomene, die analysiert, beschrieben und in ihren Teilaspekten erklärt werden können. Einen guten Einstieg in das Thema vermittelt das beigefügte Video "Migration: eine Einführung".

    Ausgangspunkt sind aber die Menschen, die sie in ihrer Biographie durchleben. In ihren Lebensläufen zeigen sich die Vielfalt und Komplexität dieser Prozesse.

    Als Beispiele sind ausgewählte Lebensläufe von Migranten als PDF-Datei beigefügt. Sie basieren auf Erfahrungen realer Personen.

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  • 2. Integration und Migration

    In dieser Lektion werden Grundkenntnisse zur Migration vermittelt, die Einfluss auf Integrationsprozesse haben. Ein allgemeiner Migrationsbegriff wird eingeführt und gleichzeitig eine Vielfalt von Formen der Migration erläutert, die unterschiedliche Wirkungen auf Integration haben können. Im letzten Teil der Lektion stehen historische und gegenwärtige Merkmale von Deutschland als Einwanderungsland im Mittelpunkt.

    Gliederung:

    • Definition relevanter Begrifflichkeiten (Migration etc.)
    • Migrationsformen:
      • freiwillig, erzwungen, permanent, temporär, zirkulär rechtliche Klassifizierung (Freizügigkeit, Arbeitsmigration, Investoren, familienbezogen, Flucht, ethnische Zugehörigkeit, Bildung, irregulär)
    • Migration nach Deutschland:
    • Vertriebene, Übersiedler, Gastarbeiter, EU Bürger, Spätaussiedler, Ehegatten- und Familiennachzug, Saisonarbeiter, Werkvertragsarbeitnehmer, Hochqualifizierte, Asylbewerber, De-facto-Flüchtlinge, Kontingentflüchtlinge, jüdische Zuwanderer
    • Bevölkerungsbestand mit Migrationshintergrund:
      • Probleme/Grenzen
      • Statistik
      • Bestand
  • 3. Konzept und theoretischer Rahmen

    Lektion drei führt ausführlich in das Konzept der Integration ein. Zugleich wird das Verhältnis dieses Begriffs zu verwandten bzw. alternativ verwendeten Konzepten diskutiert, u. a. zum Assimilationsbegriff. Integration wird zunächst als Konzept der allgemeinen Soziologie erläutert und die Unterscheidung von System- und Sozialintegration eingeführt. Im Zentrum steht danach Sozialintegration in der Erforschung von Einwanderungsprozessen. Es werden zentrale Dimensionen von Integration unterschieden und ein systematisch entwickelter Definitionsvorschlag dargestellt.

    • Integrationskonzept der allgemeinen Soziologie (Sozial-, Systemintegration)
    • Integrationskonzept der Migrationsforschung (Sozial-, Systemintegration)
    • Assimilationsbegriff/-konzept
    • Definition Integrationskonzept (Integration als Prozess und Zustand)
  • 4. Historische Erfahrungen

    Migration und Integration sind menschheitsgeschichtliche Phänomene. Viele Urteile über die Integration von Einwanderern in der Gegenwart sind durch Vorstellungen über entsprechende historische Erfahrungen klassischer Einwanderungsländer – und hier vor allem der USA – geprägt. Diese Lektion konfrontiert vier solcher Vorstellungen über die Integration von Einwanderern in den USA mit den Ergebnissen historischer Migrationsforschung.

    • Sie kamen, um zu bleiben
    • Einwanderer sind willkommen
    • Man wird schnell zum Amerikaner
    • Parallelgesellschaften haben die Integration nicht behindert
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  • 5. Strukturelle Integration: Arbeitsmarkt

    Strukturelle Integration ist eine der zentralen Dimensionen der Integration und gliedert sich in verschieden Bereiche. Diese Lektion stellt die Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt und Möglichkeiten der Selbständigkeit von Migranten in den Mittelpunkt. Angebots- und Nachfragemodelle der Migrationssteuerung wirken sich unterschiedlich auf Integration in den Arbeitsmarkt aus. Zentral ist auch die Unterscheidung nach den Auswirkungen unterschiedlicher Qualifikationsniveaus für die strukturelle Integration. Gering qualifizierte Migranten befinden sich häufig in einer prekären Arbeitsmarktposition und leiden überdurchschnittlich unter Arbeitslosigkeit. Es werden Theorien vorgestellt, die das erklären können. Als Alternative zur abhängigen Beschäftigung hat sich ein wachsendes Segment ethnisch Selbständiger in der Wirtschaft herausgebildet. Die Lektion stellt Formen und Be-stimmungsfaktoren dieser Tätigkeit vor.

    • Strukturelle Integration von Anfang an (Vertrag bereits vor Einreise, Angebots- und Nachfragemodell)
    • Strukturelle Integration als Aufgabe (damit keine Abhängigkeit von Transferleistungen etc., Aufgabe für Migrantengruppen ohne Arbeit z.B. Familien, Asyl)
    • Stellungen auf dem AM und deren Erklärungen (schlechtere Stellung im Vergleich zu Einheimischen, geringere Beschäftigungsquoten, Erklärungen: historische Platzierungs- und Reproduktionsthese, Theorie der Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft, Segmentationstheorie, Diskriminierungstheorie)
    • Integration über Selbstständigkeit (Ergänzungsökonomie, Nischenökonomie, post-industrieller Bereich)
    • Bedeutung ethnischer Selbstständigkeit für Integration (positiv weil Arbeitsplätze geschaffen werden, Aufwärtsmobilität möglich ist, positivere Wahrnehmung in der Gesellschaft, Aufwertung städtischer Räume möglich ist)
  • 6. Strukturelle Integration: Einbürgerung

    Einbürgerung ist die rechtliche Seite der strukturellen Integration als Mitgliedschaftserwerb. In Hinsicht auf den Integrationsprozess wird Einbürgerung als „objektiver“ Ressourcenzuwachs für Migranten verstanden und gezeigt. Neben dieser objektiven Sicht stellt die Lektion die subjektive Seite des Einbürgerungsprozesses in den Mittelpunkt. Auf empirischer Grundlage werden Motive, Erfahrungen und empfundene Wirkungen der Einbürgerung dargestellt.

    • Definition Einbürgerung, Staatsangehörigkeitserwerb durch Geburt
    • Ressourcenzuwachs (effektivere Interessensvertretung, Rechte etc. eher für Drittstaatsangehörige)
    • Motive, Entscheidungsprozess und Wirkungen (instrumentelle, familienbezogene und zugehörigkeitsbezogene Motive, Barrieren der Einbürgerung, Wirkung auf Integration hauptsächlich in struktureller Hinsicht, wichtige Integrationsprozesse schon vorher)
  • 7. Strukturelle Integration: Bildung

    Grundlegend für die strukturelle Integration der zweiten oder dritten Migratengeneration sind deren Chancen im Bildungs- und Ausbildungssystem. Die Lektion beschreibt ver-schiedene Aspekte der gegenwärtigen Bildungslage und diskutiert Erklärungsfaktoren für die aufgezeigte prekäre Lage. Erklärungsfaktoren liegen auf gesamtgesellschaftlicher, organisato-rischer und individueller Ebene. Besondere Aufmerksamkeit findet der Ansatz von Bourdieu, der verschiedene Kapitalarten unterscheidet, die Familien in unterschiedlichem Maße besitzen. Im letzten Teil wird die Frage gestellt, ob die festgestellten Benachteiligungen auf Dis-kriminierung zurückzuführen sind.

    • Bildungslage von Migrantenkindern
    • Zur Erklärung der Bildungslage von Migrantenkindern
      • Makroebene (Strukturen Bildungssystem)
      • Mesoebene (Organisation Schule, Schulqualitätsforschung, Segregation von Schulen und deren Effekte, Lehrerqualifizierung und Lehrererwartungen)
      • Microebene (frühkindliche Entwicklungsrisiken, kulturelles, soziales, ökonomisches Kapital, Diskriminierung: individuell, institutionell, subjektiv, strukturell)
  • 8. Kulturelle Integration

    Die Fähigkeit, in der neuen Gesellschaft zu partizipieren und eine Mitgliedschaftsrolle einzunehmen setzt zum einen den Erwerb bestimmter kultureller Kompetenzen, zum anderen die Einstellung auf neue Wert- und Normmuster voraus. Lektion 8 stellt diese beiden Aspekte ausführlich in den Mittelpunkt. Im Bereich des Kompetenzerwerbs werden zentrale Aspekte des Spracherwerbs diskutiert. Kulturelle Veränderungsprozesse werden für den Bereich Fertilität, Familie und Lebensformen, Mediennutzung und Religion analysiert. Zugleich wird auf die Wechselseitigkeit kultureller Anpassungsprozesse zwischen Migranten und Einheimischen eingegangen und Aspekte der kulturellen Veränderung der Mehrheitsbevölkerung durch Migration erörtert.

    • Als Kompetenzerwerb und –anpassung (Kompetenzerfordernisse und Wissensbestände, Spracherwerb, Erst-Zweitsprachenerwerb, Interdependenzthese)
    • Werte-,Normen- und Verhaltenswandel (Fertilität Familie und Lebensformen, Mediennutzung: Ghettoisierungsthese und Komplementaritätsthese,
      Wertewandel: fördernd durch Auswanderungsmotive, Lernfähigkeit, Häufigkeit interethnischer Kontakte, Machtgefälle zwischen Mehr- und Minderheit; hemmend durch reaktive Ethnisierung, ethnische Kolonie, Gruppengröße und geographische Nähe
    • Religion (Rolle für Integration, Funktion für Migranten
    • Kulturelle Veränderungen der Mehrheitsbevölkerung (Marktmodell, kulturelle Bereiche: Alltagskultur, Kunst, Glaubenssysteme, Wissenschaft; interkulturelle Kontakt und Kompetenz)
  • 9. Soziale Integration

    Soziale Integration bezieht sich auf den Bereich privater Beziehungen der Nähe und fragt nach solchen Beziehungen zwischen Migranten und Einheimischen. Die Existenz oder das Fehlen solcher Beziehungen indiziert zugleich das Bestehen ethnischer Grenzen zwischen Gruppen in der Gesellschaft. Als aussagekräftig für soziale Integration haben sich in der Forschung interethnische Eheschließungen und Freundschaftsbeziehungen erwiesen. Hierzu werden Daten für die Entwicklung in Deutschland präsentiert.

    • Interethnische Freundschaftsbeziehungen (Zahlenverhältnisse, Gelegenheitsstrukturen, Homogenitätseinflüsse)
    • Interethnische Eheschließungen (individuelle Präferenzen, Gruppeneinflüsse, Gelegenheitsstrukturen, Analyse durch Daten des Bestands interethnischer Ehen, Kohortenanalyse von Geburtsjahrgängen, Vergleich zwischen Generationen, Homogenitätshypothese, Gelegenheitsstrukturhypothese)
  • 10. Identifikative Integration

    Die Lektion 10 wendet sich den subjektiven Identifizierungsprozessen von Migranten mit der Gesellschaft zu, in die sie eingewandert sind. Zunächst werden Grundlagen allgemeiner Identifizierungsvorgänge erörtert und Konzepte wie Identität und soziale Identität entwickelt. Diskutiert wird weiterhin das Verhältnis von identifikativer Integration zu den anderen Dimensionen des Integrationsprozesses. Identifikative Integration ist im allgemeinen nach der Ausbildung der anderen Dimensionen zu erwarten. Die Lektion stellt weiterhin vielfältige Formen und Varianten von empirischer Identitätsbildung bei Migranten dar.

    • Grundlagen (Definitionen: personale Identität, soziale, Kategorie der Selbstwahrnehmung)
    • Varianten identifikativer Integration (ethnische Identität, identifikative Assimilation, duale Identifizierung, Marginalität, lokale Identität, symbolische Ethnizität)
  • 11. Barrieren der Integration: Vorurteile

    Integration als wechselseitiger Prozess setzt auf Seiten der aufnehmenden Gesellschaft eine prinzipielle Offenheit gegenüber den Migranten voraus. Vorurteile sind Barrieren solcher Öffnungsprozesse. Das Konzept des Vorurteils wird in zwei Dimensionen analysiert: als Einstellungen und als Ideologien. Zugleich wird deren Zusammenhang thematisiert. Es werden verschiedene Theorien der Vorurteilsbildung vorgestellt und die Wirkungen von Vorurteilen auf unterschiedlichen Ebenen dargestellt. Rassismus, Kulturzentrismus und Fremdenfeindlichkeit werden als ideologische Grundmuster von Vorurteilen erörtert, die zwischen Gruppen bestehen.

    • Definition Vorurteil
    • Gruppenfeindliche Einstellungen
      Inhaltliche Struktur
      (kognitive, emotive, konative Komponente)
      Übernahme
      (soziales Lernen, Theorie der autoritären Persönlichkeit, kognitive Funktionen und Vorurteil, soziale Identität und Vorurteil, Angst Bedrohungsgefühl und Vorurteil, realistischer Gruppenkonflikt und Vorurteil)
    • Vorurteile und Ideologien (Definition Ideologie)
    • Rasissmus, Kulturzentrismus, Fremdenfeindlichkeit
    • Gesellschaftliche Wirkungen von Vorurteilen und Integration (Legitimation sozialer Ungleichheit, Sündenbockmechanismus, Scheinerklärungen, Opferbereitschaft)
  • 12. Verläufe und Ergebnisse von Integrationsprozessen

    Integrationsprozesse können sehr unterschiedlich verlaufen; sie können „erfolgreich“ verlaufen und in etwa die Kriterien erfüllen, die in der Lektion 3 entwickelt wurden. Sie können aber auch zu anderen Ergebnissen oder zeitweiligen Zuständen führen, wie partielle Integration, reaktive Ethnizität, Marginalität oder ethnische Minderheitenbildung. Lektion 12 versucht zugleich, verschiedene Bedingungen der Herausbildung unterschiedlicher Strukturen herauszuarbeiten. Dabei kommt unterschiedlichen Konzepten der Aufnahmegesellschaft für eine Integrationspolitik eine besondere Rolle zu. Erfahrungen verschiedener Länder mit unterschiedlichen Integrationspolitiken werden diskutiert.

    • Minderheiten (ethnisch, national, regional, Einwandererminderheiten)
    • Verläufe und Formen der Eingliederung
    • Bedeutungserhalt von Ethnizität (Multikulturalismus (Bsp. GB, NL, Erklärungen Probleme), reaktive Ethnizität, ethnische Schichtung, partielle Integration)
    • Bedeutungsrückgang von Ethnizität (Assimilation, Integration, Marginalität)
  • 13. Prüfungsvorbereitung und Ausblick

    Abschlussklausur

    Der Kurs wird mit einer Klausur abgeschlossen. Ein Klausurtermin an Ihrer Hochschule kann nach Absprache mit dem betreuenden Dozenten und/oder dem Prüfungsamt Ihrer Hochschule vereinbart werden. Die Klausur wird schriftlich als Präsenztermin abgehalten und dauert 60 Minuten.

    Die Aufgaben der Klausur werden sich an den Aufgaben zur Selbstkontrolle orientieren. Als Antworten sind eine kurze Argumentation zu entwickeln; eine stichwortartige Aufzählung von Lerninhalten ist nicht ausreichend, daher sind zu den Übungsaufgaben die inhaltliche Diskussion und Rückmeldungen der Arbeitsgruppen und der Tutoren eine sinnvolle und notwendige Vorbereitung für die Abschlussklausur.

    Voraussetzung für die Anerkennung der Studienleistung ist die aktive Teilnahme an allen Lektionen mit den Aufgaben zur Selbstkontrolle, und das Bestehen der Abschlussklausur. An einzelnen Hochschulen können in Absprache mit Ihrem Betreuer abweichende Regeln gelten (z.B. Erleichterungen, wenn nicht die vollen 5 ECTS Credits anerkannt werden). Bei Hochschulen, die zur Anerkennung als Studienleistung keine bestandene Abschlussklausur (5 ECTS Credits) verlangen, kann die Klausurteilnahme durch eine aktive Moderation eines Arbeitsgruppenforums über den Kursverlauf ersetzt werden (4 ECTS Credits bei ausreichender Bewertung der Beiträge aus Übungsaufgaben und Hausbeit als Gruppenmoderator). Alle Teilnehmer, die erfolgreich am Kurs teilgenommen haben, erhalten einen Teilnahmenachweis mit Klausurnote oder Bescheinigung der aktiven Teilnahme als Arbeitsgruppenmoderator. Aktive Teilnehmer, die alle Übungsaufgaben bearbeitet haben, ohne an einer Arbeitsgruppe teilzunehmen, erhalten bei ausreichender Bewertung der Beiträge einen benoteten Schein über 2 ECTS Credits.

    Ausblick auf zweites Modul zu Migration- und Integrationspolitik

    Dieser Kurs behandelte das Grundlagenwissen zu Migration und Integration. Ein Aufbaukurs zum Thema Migrations- und Integrationspolitik ist seit dem SS 18 online und richtet sich an Studierende, die ihr Grundlagenwissen um praktische Aspekte der konkreten Integrationspolitik und ihrer Maßnahmen auf den verschiedenen politischen Ebenen (Kommunen, Bundesländer, nationale und europäische Ebenen) erweitern wollen. Dieser Kurs ist besonders für Studierende relevant, die sich für eine spätere berufliche Tätigkeit in diesem Politikfeld interessieren.